Auch so genervt? Wie du durch Feedback zufriedener wirst

feedback_blogWas Feedback geben mit  Zufriedenheit zu tun hat

Plötzlich und nur für einen kurzen Moment stand mein Chef in der Zwischentür von seinem zu meinem Büro. „Ich brauche einen Kaffee“, sagte er und ging wieder in sein Büro zurück, so als hätte er nur einen Gedanken, den er gerade im Kopf hatte, aus Versehen ausgesprochen. Aber nein. Das war nicht einfach so dahin gesagt. Durch unsere jahrelange Zusammenarbeit wusste ich, dass er mir damit sagen wollte, dass er einen Kaffee trinken möchte und ich ihn holen sollte.

Jetzt liebe ich ja den tollen Kaffeevollautomaten, der in unserer Kaffeeküche steht. Denn ich selber liebe es, einen leckeren Cappuccino zu trinken. Mein Chef ist da nicht so anspruchsvoll. Er bevorzugt seinen Kaffee schwarz, mit einem Stückchen Süßstoff. Es macht mir also grundsätzlich nichts aus, den Kaffeevollautomaten zu bedienen und einen Kaffee herzustellen. Als Blondine überfordert mich diese Tätigkeit auch nicht sonderlich, da es ja nur einen Kopf zu drücken gibt.

Klare Kommunikation ist wichtig

Was mich allerdings nervt, ist eine unklare Kommunikation. Geht es dir auch so? Du fragst dich dann bestimmt, was man darauf antworten kann. Ich habe es mal damit probiert: Als mein Chef wieder einmal in den Raum hinein sagte, dass er einen Kaffee brauche, habe ich geantwortet, dass ich ebenfalls einen Kaffee brauche. Das Gesicht meines Chefs: unbezahlbar. Richtig geholfen hat das natürlich nicht. Was könntest du also besser machen?

Feedback als Kommunikationsinstrument

Irgendwann habe ich vom Kommunikationsinstrument des „Feedback gebens“ gehört. Was bedeutet das? Das Feedback ist eine Rückmeldung von einer Person an eine andere, mit dem Ziel das Verhalten der ersten Person zu verändern. Ein positives Verhalten der Person soll verstärkt und das negative weniger häufig gezeigt werden. In diesem Fall wollte ich also das Verhalten meines Chefs ändern, mit dem Ziel, dass er mir seine Wünsche klar formuliert.

Natürlich ändert eine andere Person nicht gerne ihr Verhalten. Warum sollte sie auch? Daher solltest du die Person dazu motivieren, ihr Verhalten dennoch zu ändern.

Schnelle Hilfe

Eine schnelle Möglichkeit, das Verhalten einer anderen Person zu verändern, ist, die Erwartungen, die in einer Aussage mitschwingen, direkt anzusprechen. In meinem Fall könnte ich auch so antworten: „Lieber Chef, heißt das, dass Sie möchten, dass ich Ihnen einen Kaffee hole?“. Darauf kann er dann klar antworten. Das Problem an dieser Möglichkeit ist allerdings, dass die andere Person sich wahrscheinlich nicht weiter damit auseinandersetzt und natürlich auch nicht daran denkt, sein Verhalten zu ändern. Daher ist diese Möglichkeit nur als schnelle direkte Hilfe zu verstehen.

Wie du eine Verhaltensänderung bewirkst?

Die 3 Phasen beim Feedback Geben:

  1. Beschreibe die entsprechende Situation, die dich stört, sehr genau, ohne eine verallgemeinernde Bewertung.
  2. Benenne das exakte Gefühl, die exakten Folgen, die durch die Situation bei dir ausgelöst werden.
  3. Formuliere konkret deine Erwartungen an dein Gegenüber.

In dem Fall mit meinem Chef und seinem Kaffee kann ich also sagen: „Lieber Chef, Sie haben gerade gesagt, dass Sie einen Kaffee brauchen. Es ärgert mich, wenn Sie Ihren Wunsch nach einem Kaffee nicht klar äußern, da ich Ihren Wunsch so nur erahnen kann. Ich würde mir von Ihnen wünschen, dass Sie beim nächsten Mal, wenn Sie möchten, dass ich Ihnen einen Kaffee hole, mich direkt fragen.“

Dein Gegenüber hat so die Möglichkeit, über sein Verhalten nachzudenken und deine Gefühle wahrzunehmen. Daher ist es wichtig, dass du deine Gefühle klar kommunizierst, weil so dein Gegenüber versteht, dass er deine Gefühle verletzt hat. Außerdem kann er sein Verhalten dahingehend ändern, indem er deine Wünsche an sein Verhalten kennt und sie berücksichtigt.

Dran bleiben

Natürlich wird nicht gleich jeder sein Verhalten ändern, nur weil du nun die 3-Phasen Technik des Feedbackgebens anwendest. Aber durch kontinuierliche Anwendung merkt dein Gegenüber, dass du Grenzen setzt und auch konsequent deine Grenzen schützt. Eine Verhaltensänderung bei einem Menschen zu bewirken, ist eher ein langwieriger Prozess. Du wirst sehen, dass es sich lohnt, dran zu bleiben, denn durch kleine Erfolge, die du sicherlich bald hast, wird dein Selbstwert mehr und mehr steigen.

Feedback nehmen

Feedback zu geben ist nun schon mal die halbe Miete, um klarer miteinander zu kommunizieren. Genauso gehört es natürlich auch dazu, Feedback anzunehmen. Dies bedeutet dann:

  • Aktiv zuhören, das heißt zu 100 Prozent
  • evtl. Hinterfragen und Überdenken des Feedbacks, das du erhalten hast
  • Konkret mitteilen, welcher Feedback Anteil (der Erwartungen, die formuliert werden) du akzeptieren kannst

Daraus erfolgt dann eine evtl. Zielvereinbarung, die beide Seiten eingehen und im besten Fall auch einhalten.

Probiere es doch gleich mal aus und versuche, eine Situation, die dich nervt, auf diese Weise zu klären. Auch wenn du nicht gleich erfolgreich das Verhalten eines Menschen ändern kannst, so kannst zumindest du dich besser und zufriedener fühlen.

Ich wünsche dir dabei gutes Gelingen und viel Kraft.

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