Sei echt, sei du! Wie du es schaffst, du selbst zu sein.

Was bedeutet das eigentlich – sich selbst sein, sich treu zu sein? Im Grunde ist es ganz einfach und doch so schwer. Sich selbst zu sein bedeutet, sich selbst zu kennen, zu wissen, wer man ist, was man mag, was man nicht mag, welche Werte dir wichtig sind, welche Eigenschaften du hast, welche Stärken, welche Schwächen, was dich motiviert, was dir Kraft gibt.

Wichtig dabei ist, dass dir ehrlich mit dir selbst bist und vergisst, welche Erwartungen deine Familie, dein Arbeitgeber und sonst eine Person aus deinem Umfeld hat. Es bedeutet, dass du tief in dich reinhörst, was deine innere Stimme dir sagt. Das klingt jetzt einfach, aber wie schaffst du es, dass du Zugang zu deiner inneren Stimme bekommst – oder nennen wir es mal – dein Bauchgefühl. Die gute Nachricht ist, dein Bauchgefühl ist immer da. Wir haben nur verlernt, darauf zu hören. Der eine mehr, der andere weniger.

Am besten können wir hier von Kindern lernen. Kinder sind authenisch, sie verstellen sich nicht und sind spontan. Erst später verlernen sie diese Fähigkeit bzw. lernen von Erwachsenen, sich der Gesellschaft anzupassen und Rücksicht zu nehmen. Eigentlich ganz prima, aber so wird es auch schwer, bei sich zu bleiben, denn jeder Mensch wünscht sich Respekt und Anerkennung. Aber aus Angst, diese nicht zu erhalten und von den Mitmenschen abgelehnt zu werden, verstellen sich einige, um Schwächen zu verbergen und ein makelloses Bild aufrecht zu erhalten.

Authentische Menschen wirken echt, ungekünstelt, offen und entspannt. Wie schaffst du es also nun, du selbst zu sein und Authentizität auszustrahlen.

Zunächst einmal geht es darum, wie wir uns selbst sehen. Im nächsten Schritt geht es darum, wie uns andere wahrnehmen. Die amerikanischen Sozialpsychologen Michael H. Kernis und Brian M. Goldman haben herausgefunden, dass es vier Bedingungen gibt, die erfüllt sein müssen, damit man sich selbst als authentisch empfindet:

1. Bewusst sein über die eigenen Stärken und Schwächen, Gefühle und Motive
2. Aufgeschlossen sein gegenüber Rückmeldungen über sie eigene Person, dies bedeutet auch, Wahrnehmungen von anderen Personen anzunehmen
3. Konsequent sein und das eigene Verhalten stets nach seinen eigenen Werten ausrichten, unabhängig davon, ob es anderen gefällt oder nicht
4. Offen und mutig sein, sich so zu zeigen wie man ist, mit seinen Stärken und Schwächen

Ok, jetzt wisst ihr worauf es ankommt, um mit sich selbst im Reinen zu sein. Aber das ist nur die halbe Miete, denn wir leben ja nicht alleine auf dieser Welt, sondern sind umgeben von vielen verschiederen Charakteren, die unterschiedliche Wahrnehmungen haben. Wie erreicht ihr, dass ihr wirklich authentisch auf andere wirkt? Dazu hat der amerikanische Psychologe Harold H. Kelley folgenden Ansatz entwickelt, womit eure Meinung und eurer Verhalten als authentisch wahrgenommen wird:

1. Dein Verhalten sollte stimmig sein, das heißt, du hast ein bestimmtes Verhalten bereits früher gezeigt und wechselst es nicht ständig.
2. Dein Verhalten ist nicht abgegrent, das heißt, du zeigst dein Verhalten nicht nur gegenüber einer bestimmten Person oder einer bestimmten Situation.
3. Dein Verhalten ist nicht einvernehmlich, das heißt, dein Verhalten entspricht nicht dem allgemeinen Verhalten. (Sei kein Mitläufer, nur weil es einfach ist!)

Klingt doch einfach, oder? Falls nicht und falls ihr etwas in eurem Leben ändern möchtet, um authentischer zu sein, dann lasst euch sagen, dass sich Änderungen nicht von heute auf morgen umsetzen lassen. Setzt euch nicht unter Druck und versucht, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Dafür wünsche ich euch viel Kraft und Mut.

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