So ein Idiot! ;-)

Liebe Kollegin!

Aus eigener beruflicher Erfahrung weiß ich, dass diese Anrede nicht immer lieb und authentisch gemeint ist. Oft wird diese Anrede benutzt, wenn man dem Anderen nicht wirklich wohlgesonnen ist und der nachfolgende Text alles andere als aufrichtige Worte enthält. In solchen Situationen denke ich dann meistens: „Du Idiot oder Sie Idiot!“ Geht es dir auch so? Und was macht jemand zum Idioten?

Wikipedia erklärt, dass ein Idiot ein dummer Mensch ist. Und was ist ein dummer Mensch? Richtig, das definiert jeder für sich selbst. Dummheit lässt sich nicht messen, weil es nichts mit dem IQ zu tun hat, sondern wie jemand handelt und denkt. Du und ich, wir alle haben unterschiedliche Werte, Charaktereigenschaften und Vorstellungen und Sichtweisen. Und wer in dieses Raster nicht reinpasst, der ist eben dumm, ungläubig oder ein Idiot.

Im Grunde genommen ist also jeder für jeden ein Idiot, wenn er anders handelt und denkt. Aber warum ist das so? Weil jeder Mensch natürlich anders und einzigartig ist, aber dennoch lassen sich Menschen in bestimmte Charaktertypen unterteilen. Daher passiert es auch, dass Menschen, die ähnlich gestrickt sind, sich sofort verstehen und andere eben nicht. Es gibt dazu mehrere wisschenschaftliche Modelle aus der Psychologie, die Eigenschaften des menschlichen Verhaltens erklären. Viele der verbreitetsten Persönlichkeitstests beruhen auf dem Big-Five-Persönlichkeitsmodell, das fünf grundlegende Persönlichkeitsdimensionen darstellt. Demnach lässt sich jeder Mensch in folgende Begriffe einordnen:

<strong>Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit</strong>

Jede dieser fünf Faktoren hat eine niedrige und hohe Ausprägung. Natürlich lässt sich nicht jeder in eine hohe oder niedrige Ausprägung pressen, sondern ist individuell. Es lässt sich aber für jeden eine Tendenz erkennen. Was bedeuten nun die einzelnen Faktoren?

Fangen wir beim Neurotizismus an, was das Bedürfnis nach Stabilität ausdrückt, also wie reagierst du auf Rückschläge, wie selbstsicher oder wie emotional verletzlich bist du.

Bei der Extraversion wird gemessen, inwiefern du auf externe Reize regierst, ob du eher zurückhaltend oder gesellig bist.

Die Offenheit drückt aus, inwiefern du aktiv nach neuen Ideen und Erfahrungen suchst oder wie vorsichtig du bist.

Mit dem Faktor Verträglichkeit findest du heraus, wie hoch dein Maß an Kooperation mit anderen ist, ob du freundlich, mitfühlend oder eher missrauisch reagierst.

Und mit dem Faktor Gewissenhaftigkeit findest du heraus, inwiefern du organisiert und ergebnisorientiert bist oder ob du eher nachlässig und unbekümmert handelst.

Jede Ausprägung hat natürlich ihre guten und weniger guten Seiten. Und so ist es mit uns Menschen eben auch, jeder hat seine guten und weniger guten Seiten. Auch ein Idiot! ;-)

Im Internet gibt es dazu viele guten Seiten, die kostenloste Tests anbieten, mit denen du deinen Typ herausfindest.

Probiere es am besten sofort mal aus. Welcher Typ Mensch bist du und welche Eigenschaften lassen sich aus den genannten Faktoren für dich und deine Mitmenschen ableiten?

Ich wünsche dir dabei viel Spaß und hoffe, du verstehst, dass es nun mal auch Idioten gibt.

Und den lieben Kollegen, die uns mit ihren nicht klaren und nicht authentischen Nachrichten den Tag versüßen, sehen wir plötzlich mit ganz neuen Augen.