So gehst du entspannt gegen Machtspiele im Büro vor

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„Das entscheiden nicht Sie!“ schrieb mir mein Kollege in einer E-Mail und wollte mir damit klar machen, wo in der Hierarchie ich stehe – nämlich ganz unten.

Was war passiert? Ich hatte es mir erlaubt, den besagten Kollegen auf ein Prozess hinzuweisen, der meiner Meinung nach unnötig und nicht sinnvoll ist. Offensichtlich war, er war verärgert. Das allein ist allerdings kein Grund seine Machtposition auszunutzen, meine ich.

Hier haben wir es mit einem guten Beispiel an Machtspiele im Büro zu tun. Die kleine Assistentin, die dem Abteilungsleiter sagen will, was sinnvoll ist und was nicht. Dabei war ich nur daran interessiert, einen Prozess zu optimieren und auf Schwachstellen hinzuweisen. Was in einer sehr hierarchisch geprägten Firmenstruktur nicht ganz einfach ist, weil sich gerade hier Machtspiele wunderbar spielen lassen.

Wer Machtspiele nicht durchschaut oder nicht mitspielen möchte, hat ganz schnell das Nachsehen und geht in so einer Firmenstruktur leicht unter.

Welche Art von Firmenstruktur begünstigt nun Machtspiele im Büro besonders?

Vielleicht arbeitest du in einer sehr hierarchisch geprägten Firmenstruktur, in der kein Platz für Innovationen, Verbesserungsvorschläge und kein leichtes Vorankommen vorherrscht? Alles ist starr und bewegt sich schwer oder nur in sehr langsamen Schritten. Dann kennst du bestimmt auch den Satz „Das war schon immer so„?

Jeder versucht sich persönlich zu positionieren und nimmt dabei kaum Rücksicht auf andere oder „die Sache“. Das Konkurrenzdenken ist groß und jeder versucht, seine eigenen Interessen durchzusetzen. Dein Arbeitgeber legt auch nicht viel Wert auf gutes Betriebsklima, Hauptsache, es wird gearbeitet, der Rest ist egal.

Deine Kollegen klagen über zu viel Arbeit und es gibt immer mehr davon, die auf immer weniger Kollegen aufgeteilt wird. Das verursacht Stress und kann krank machen. Hinzu kommt dann oft noch, dass einzelne Kollegen von ihren Vorgesetzten vor Dritten kritisiert oder bloßgestellt werden.

Kannst du auch vermehrt Gruppenbildungen feststellen? Die Kollegen der einzelnen Gruppen lästern über die anderen, Gerüchte werden gestreut? Vielleicht haben bei dir im Unternehmen auch Statussymbole einen hohen Stellenwert? Wer das größte Büro oder das PS-stärkste Auto hat, ist besonders wichtig? Und Anerkennung und Lob ist in deinem Unternehmen auch nicht bekannt bzw. sind Fremdwörter? All diese Faktoren begünstigen ein Klima, in denen Machtspiele gedeihen können.

Welche Arten von Machtspiele gibt es?

Erst einmal wollen wir uns anschauen, welche Machtspiele es gibt.

In einem anderen Artikel bin ich etwas genauer auf die Machtspiele der Frauen eingegangen. Hier kannst du noch einmal nachlesen, wie Frauen so ticken.

Wir müssen nun zunächst einmal zwischen aktiven und passiven Machtspielen unterscheiden.

Der in der Hierarchieebene höher stehende Kollege oder Chef

  • der rumbrüllt,
  • der Drohungen ausspricht,
  • der dich unterbricht,
  • der sich körperlich vor dich aufbaut,
  • der dich provoziert und seine Position ausspielt,

spielt aktive Machtspielchen.

Diese Art von Machtspiele werden häufig von Männern ausgeführt, da diese oft körperlich überlegen sind und sie diese Überlegenheit so gerne für sich nutzen.

Diese Machtdemonstrationen dienen häufig dem Zweck, dich oder andere Untergebene zu unterdrücken. Häufig wird so einfach nur der Druck, den dein Chef verspürt, an andere weitergegeben. Oder er muss sein eigenes geringes Selbstwertgefühl mit Machtspielen aufwerten. Möglichkeiten gibt es viele und hängt immer von der individuellen Situation ab.

Frauen tun sich oft schwer damit, auf dieser Ebene zu spielen, da es nicht in ihrer Natur liegt, sie greifen eher zu den passiven Machtspielen.

Die Kollegin,

  • die gegen dich intrigiert
  • dich ignoriert, wenn du z. B. in den Raum kommst
  • vergisst, dich über etwas zu informieren

spielt passive Machtspiele.

Diese kleinen Intrigen sollen vor allem gleichrangige Kollegen diskreditieren und dienen dem eigenen Weiterkommen.

Schauen wir uns diese beiden Arten von Machtspiele einmal genauer an. Ich zeige dir dann, wie du entspannt gegen Machtspiele im Büro vorgehst.

Die Machtdemonstration

Das Ziel der Machtdemonstration besteht darin, andere herabzusetzen und die eigene überlegene Position darzustellen.

Wie du dieses Machtspiel erkennst

Dein Chef lässt dich bei Terminen mit ihm warten? Er bleibt bei Gesprächen hinter seinem Schreibtisch sitzen anstatt sich mit dir an den Besprechungstisch zu setzen? Er steht an deinem Schreibtisch plötzlich hinter dir und schaut dir über die Schulter und verletzt so deine persönliche Distanzzone? In Meetings „braucht  er zwei Stühle“ und nimmt sehr viel Raum ein, indem er z. B. seinen Arm auf dem Nachbarstuhl ablegt? In Gesprächen beschäftigt er sich lieber mit seinem Handy als dir seine Aufmerksamkeit zu geben?

Diese Zeichen schlechten Benehmens deuten auf noch harmlose Machtspiele hin. Viele Chefs lassen sich aber komplett gehen, brüllen dich an oder zeigen mit dem Zeigefinger auf dich? Beleidigungen sind auch an der Tagesordnung? Alles sehr aktive Formen an Machtspiele.

Wie kannst du dich gegen Machtdemonstrationen wehren?

Die harmloseren Formen kannst du locker mit Gelassenheit begegnen. Solange es sich noch im Rahmen verhält und deine persönliche Grenze nicht überschritten ist, kannst du höflich und gelassen bleiben und deinen eigenen Weg weitergehen. Zeige dem Machtdemonstranten damit, dass seine Art und Weise nicht relevant ist.

Setze dich jedoch zur Wehr, wenn deine persönliche Grenze überschritten ist und spreche den Machtdemonstranten an. Achte darauf, dabei immer aus der Ich-Perspektive zu sprechen und ihm klar zu machen, was sein Verhalten bei dir ausgelöst hat. Niemand hat das Recht, dich zu beleidigen oder dich unter Druck zu setzen.

Die Intrige

Eine Firmenkultur, wie ich sie oben beschrieben habe, fördert durch Misstrauen und Konkurrenz Intrigen, deren Ziel es ist, mehr Macht haben zu wollen als andere. Dazu sollen häufig gleichrangige Kollegen aus dem Weg geräumt werden, um das eigene Fortkommen oft mit unfairen Mitteln zu sichern.

Wie du dieses Machtspiel erkennst?

Dein Kollege erzählt dir etwas hinter vorgehaltener Hand und bittet dich unter dem Mantel der Verschwiegenheit niemanden davon zu berichten? Oder dein Kollege behält Informationen für sich, die für deine Arbeit wichtig wären? Oder er überschüttet dich mit Informationen und es wird schwierig Wichtiges von Unwichtiges zu unterscheiden? Im Zweifelsfall kann sich der Kollege damit rausreden, dass er dir ja alle Informationen zukommen hat lassen. So wird es zu deinem Problem, wenn du aus dem Wust an Informationen den wichtigen Punkt nicht findest und dadurch einen Fehler machst.

Wie kannst du dich gegen Intrigen wehren?

Wichtig ist zunächst, dass du die Anzeichen für eine Atmosphäre erkennst, in der Intrigen und Halbwahrheiten gut gedeihen. Hier ist mehr Achtsamkeit gefragt. Weiter oben habe ich dir bereits geschildert, welche Firmenkultur Intrigen und andere Machtspiele begünstigt.

Achte darauf, Geschichten über andere nicht zu ernst zu nehmen und Gerüchte von Tatsachen zu trennen. Traue nur deiner eigenen Wahrnehmung.

Achte auf falsche Informationen und versuche sie aufzudecken.

Hast du Unwahrheiten entdeckt, dann konfrontiere den anderen ruhig damit. Er wird damit gezwungen, sein eigenes Vorgehen zu überdenken. Wenn man bei etwas unrechtem ertappt wird, möchte man das meistens ein weiteres Mal nicht riskieren. Wird die Unwahrheit oder Intrige nicht aufgedeckt, kann derjenige weitermachen wie bisher.

Wie du Machtspiele für dich nutzt

Machtspiele sind jedoch nicht nur negativ besetzt und müssen nerven. Nein, du selbst kannst sie auch für dich nutzen, wenn du selbst ausgenutzt wirst und du dich abgrenzen möchtest.

Die meisten Frauen sind genervt von Machtspielen, da sie meistens nur ihre Arbeit machen wollen. Außerdem ist es ihnen wichtiger, dass Harmonie herrscht und da passen Machtspiele nun mal nicht rein. Dabei können Machtspiele auch dir behilflich sein.

Denke doch mal an den Kollegen, der in dein Büro rein gestürmt kommt und dich sofort zulabert, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass du gerade telefonierst. Wie machst du ihm klar, dass sein Verhalten rücksichtslos ist und du bei deinem Telefonat nicht gestört werden willst?

Eben! Wende ein passives Machtspiel an und zeige, dass du in deinem Büro die „Macht“ hast und nicht gestört werden möchtest.

Ignoriere ihn und wende dich von ihm ab, wenn er versucht, weiter zu reden. Oder nehme kurz Augenkontakt zu ihm auf und signalisiere ihm mit erhobener Hand „Stop“.

Falls das nicht hilft, kannst du dein Telefonat kurz unterbrechen. Teile deinem Telefonpartner jedoch den Grund der Unterbrechung vorher mit. Sage dann dem Störenfried, dass du gerade telefonierst und keine Zeit für ihn hast. Biete ihm auch ruhig an, dass du dich nach dem Telefonat bei ihm zurückmeldest und wende dich dann wieder deinem Telefonpartner zu.

Sollte das auch noch nicht helfen, ignoriere den Störenfried weiterhin. Er wird sich zwangsläufig von dir abwenden.

Bleibe konsequent!

Sobald du ihm wieder Aufmerksamkeit gibst, obwohl du „Stopp“ gesagt  hast, nimmt er dich nicht ernst und wird wieder stören. Daher ist es besonders wichtig, konsequent zu bleiben, auch wenn es – gerade am Anfang – schwer ist und du bisher anders damit umgegangen bist. Mit der Zeit werden deine Mitmenschen lernen, dass du deine eigenen Grenzen kennst und sie auch durchsetzt. Und sie werden anfangen, diese ebenfalls zu akzeptieren und dir damit mehr Respekt entgegen bringen.

Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte. Falls du weitere Fragen hast, freue ich mich auf deinen Kommentar oder deine persönliche Nachricht an mich.

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